A. Aktuelle Verkehrssituation

 

1. Aktuelle Verkehrssituation in Bildern

 

Die Anwohner an der B 20 im Stadtbereich sind tagtäglich Lärm, Abgasen und Feinstaub des Durchgangsverkehrs ausgesetzt.

 

 

Die Anwohner und wohl alle Tittmoning Bürger können bei Stoßzeiten nicht bei den Stadttoren rein- und auch nicht rausfahren.

Fotos: Rolf Seiffert

Die Bürger der historischen Stadt und Vorstädte, vor allem Kinder und Alte, können nicht ungefährdet über die Straße vor ihrer Haustür und auch nicht über den Stadtplatz gehen.

Fotos: SPD Fraktion Tittmoning

Die Anwohner an der B 20, vor allem im Bereich Laufener und Burghauser Straße, können nicht ungefährdet aus ihrer Garage / Einfahrt auf die
B 20 ein- oder ausfahren.

Die, vorwiegend unter Denkmalschutz stehenden, Häuser der Bürger und der Stadt werden durch den übermäßigen Verkehr beschädigt und verrußt.

Und schließlich führen, absichtlich oder wegen der geradlinigen Straßenführung der B 20 versehentlich, vor die Stadttore gelangende LKWs, einschließlich Lastzügen und Schwertransportern, regelmäßig zu gänzlich unzumutbaren Situationen:

Die LKWs bleiben vor den Stadttoren, oder, wie hier, auf dem nicht befahrbaren Grünstreifen vor dem Laufener Tor, stehen, da sie nicht durch die Stadttore fahren können bzw. lange abwägen, ob sie dies nicht doch versuchen sollen, und blockieren den Verkehr, so dass sich dieser, z. B. wie hier bis zu den Tankstellen, zurückstaut.

Oder die LKWs vom Süden kommend, weichen auf die Traunsteiner Straße aus, die schon wegen der Fahrbahnbreite und nahen Bebauung der Häuser an die Straße hierfür nicht geeignet ist, so dass es zur Gefährdung von Gegenverkehr und Fußgängern kommt. Vor allem aber kommt es bei dem Ausweichen der LKWs über die Traunsteiner Straße zu unerträglichen Gefährdungssituationen für Kinder im Bereich der unmittelbar an die Straße angrenzenden Grund- und Mittelschule und des Hauses für Kinder samt Familienstützpunkt.

Ebensolch unzumutbare Situationen finden sich vor dem Burghauser Tor. Auch hier bleiben regelmäßig LKWs „stecken“ und beschädigen das Tor.

Auch das Burghauser Tor blockieren Schwerlaster und Sattelschlepper indem sie davor stehen bleiben, rangieren, um die B 20 zurück oder Richtung Grenze zu fahren oder sich dann doch in viertelstündigem Manöver durch das Tor zu zwängen, so z. B. am 3.12.2019, als sich der von Burghausen kommende Verkehr bis zum Stadtbergscheitel zurückstaute. Beispielhaft für die Belastungen, denen die Anwohner vor den Toren Tittmonings ausgesetzt sind, sei auch verwiesen auf die der Stadt und dem Landratsamt vorliegenden Petitionsschreiben der Familie Braun, Burghauser Straße 5 vom 11.06.2019.

Und schließlich kommt es regelmäßig zu völlig absurden Verkehrssituationen, wenn LKWs versuchen, die Stadttore anderweit zu umfahren.

 

Verkehrschaos am Burghauser Stadttor In Videos

 

2. Aktuelle Verkehrssituation in Zahlen

 

Von behördlicher Seite gibt es für den Stadtplatz Tittmoning keine Verkehrszahlen, wie bei der Informationsveranstaltung am 4.12.2019 von Seiten des Bauamts eingeräumt wurde.

 

Für die B 20 im Bereich Tittmoning gibt es lediglich folgende offizielle Zahlen über das tägliche (24 Std.) Verkehrsaufkommen aus dem Jahr 2015 (Tag und Monat der Zählung unbekannt), wobei als LKWs Fahrzeuge mit gleich oder mehr als 3,5t gezählt wurden:

 

Tittmoning Kreuzung B 20-TS16      6217 Verkehr gesamt, davon 280 LKW und 5937 PKW

Tittmoning Kreuzung B 20-ST2105  8457 Verkehr gesamt, davon 900 LKW und 7557 PKW

 (DTV-Werte Straßenverkehrszählung (B 20) bayr. Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr)

 

Daneben gibt es noch eine Zählung am Gerberberg mit 2594 Verkehr gesamt, davon 87 LKW und 2507 PKW.

 

Wir von der IG Stadtumfahrung Tittmoning haben uns die Arbeit gemacht und unser subjektives Gefühl, dass sich der Verkehr in der Stadt, samt LKWs, in den letzten Jahren beständig erhöht hat, und, gerade in der Ferienzeit, zu einer unerträglichen Belastung geworden ist, überprüft durch eine eigene Verkehrszählung.

 

Hierzu haben wir Freitag, den 20.9.2019 gewählt, mithin einen Tag im Spätsommer, als die Ferien bereits beendet waren, und haben konstant mit jeweils mindestens vier Personen, jeweils zwei (jeweils einmal mit Zählticker und einmal mit Strichliste) für jede Fahrbahnseite, den Verkehr in der Zeit von 7h morgens bis 24h nachts (mithin lediglich für 17 Stunden, da wir in der Zeit von 0.00 bis 7.00 Uhr keine Kapazitäten mehr hatten) gezählt. Als LKWs haben wir lediglich 7,5t LKWs und größer (mithin nicht 3,5t-7,5t) gezählt und zwar im Zeitraum von 7 bis 13 Uhr durch eine zusätzliche Person, die lediglich durchgezählt hat und in diesem Zeitraum auf 78 LKWs gekommen ist; im Zeitraum von 13-24h wurden die LKWs von den vier regulären Zählpersonen stundenweise miterfasst. Wir haben jeden LKW / Bus mit mindestens 7,5t erfasst, der über den Stadtplatz gefahren ist, unabhängig davon, ob dieser gegebenenfalls eine Berechtigung hierzu hatte (Linienbus, Anlieferverkehr, örtliche Unternehmer, etc.).

 

Im Hinblick auf die allgemeine zukünftige Verkehrsentwicklung ging Herr Bambach in seinem Vortrag davon aus, dass der Durchgangsverkehr und hier insbesondere der Schwerverkehr deutlich zunehmen werden. Dies gilt erst Recht nach Fertigstellung der A 94, da die B 20 die wichtigste Verbindungsstraße zwischen A 94 und der A 8 ist. Auch das Verkehrsaufkommen des innerörtlichen Verkehrs Tittmonings und Umgebung dürfte u.a. infolge geplanter Ausweisung von weiteren Wohnbaugebieten (Kay-Mitte, Brücknergelände), Stadtplatzwohnverdichtung etc. zunehmen.

 

Bei unserer Zählung fiel insbesondere auf, dass von den 152 gezählten LKWs ein großer Anteil auf LKWs von örtlichen Fuhrunternehmen entfiel, die nach unserer Kenntnis eine Sondergenehmigung für die Durchfahrt von der Stadt Tittmoning haben. Angesichts der Belastung der Anwohner hierdurch einerseits und angesichts der nicht unzumutbaren Nutzung der LKW-Umfahrung auch für örtliche Fuhrunternehmer andererseits beantragen wir

 

diese Sondergenehmigungen zurückzunehmen.

 

Auch im Übrigen beantragen wir, dass sich die Stadt Tittmoning für eine konsequente Durchsetzung des LKW-Durchfahrtsverbots für alle Fahrzeuge größer 7,5t, mithin auch durchfahrende Reisebusse, einsetzt und zwar durch:

 

- entsprechende Hinweisschilder auf das Durchfahrtsverbot schon weiter im Vorfeld vor den LKW-Umfahrungsabzweigungen

- Schaffung von Wendemöglichkeiten (z.B. auf dem Gelände des früheren Wertstoffhofs vor Abfahrt Stadtberg) und Anbringung von entsprechenden Hinweisschildern auf die Wendemöglichkeiten (wie längst überfällig unmittelbar vor dem Burghauser Tor auf die Wendemöglichkeit in der Wasservorstadt)

- verstärkte polizeiliche bzw. kommunal aufsichtliche Kontrolle bzw. Errichtung von elektronischen Überwachungssystemen in beiden Stadttoren (z.B. Auslösung einer das KFZ-Zeichen des ein- bzw. ausfahrenden LKWs und die Uhrzeit aufzeichnenden Kamera durch einen Sensor in entsprechender LKW Oberkantenhöhe bei beiden Stadttoren, so dass durch einen Zeitvergleich möglich ist, die allein durchfahrenden LKWs von den LKWs zu unterscheiden, die am Stadtplatz ein Anliegen haben und mithin länger als die bloße Durchfahrtszeit am Stadtplatz verbleiben) samt konsequenter Sanktionierung von LKW-Durchfahrtsverstößen.

 

Diese unter Punkt 4 der Petitionsanträge zusammengefassten Maßnahmen könnte die Stadt wohl weitgehend in kommunaler Eigenverantwortung und als Sofortmaßnahme durchführen.